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Langweilige Predigten? Für mich steht Gott im Mittelpunkt

Bevor wir darüber sprechen, was wir bei einer Predigt verstehen, sollten wir demütig sein und anerkennen, dass wir nur wenig wissen. Anstatt Ratschläge zu erteilen, sollten wir wie die Apostel im Gebet den Herrn darum bitten, uns zu lehren, was er uns sagen möchte.

Javier Sánchez Cervera·10 de marzo de 2022·Tiempo de lectura: 3 minutos
homilias

Übersetzung: Philipp Grave. Sie können den Originaltext hier lesen.

In der Offenbarung des Johannes wird im zehnten Kapitel ein mächtiger Engel beschrieben, der «war von eine Wolke umhüllt und der Regenbogen stand über seinem Haupt» (Offb 10,1), welcher zu dem Ort hinabstieg, an dem er Johannes traf. Dieser Engel hatte ein kleines Buch aufgeschlagen, und zu seinem Erstaunen fordert ihn die Stimme vom Himmel auf, es zu essen: «Nimm und iss es! In deinem Magen wird es bitter sein, in deinem Mund aber süß wie Honig» (Offb 10,9).

Dies ist kein Einzelfall. Im Alten Testament, im Buch Ezechiel, wird eine ähnliche Begebenheit erzählt, als im dritten Kapitel sein innerer Geist ihn auffordert, die Schriftrolle zu essen, die eine Hand vor ihm hält: Er rollte sie vor meinen Augen aus; auf der Vorder- und Rückseite stand geschrieben: «Klagen, Seufzen und Wehrufe». Und er sagte zu mir: «Menschensohn, iss, was du vor dir hast. Iss diese Rolle! Dann geh und rede zum Haus Israel!» Und ich tat meinen Mund auf, und er ließ mich die Schriftrolle essen und sprach zu mir: «Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe.» Ich aß sie, und sie war süß wie Honig in meinem Mund. Dann sagte er zu mir: «Menschensohn, geh zum Haus Israel und sprich mit meinen Worten zu ihnen» (Ez 2,10 – 3,3).

Was diese Hinweise zu sagen scheinen, ist die Notwendigkeit das Wort Gottes zu verinnerlichen, welches wir weitergeben. Wir geben von uns selbst das weiter, was wir uns zu eigen gemacht haben, contemplata aliis tradere, und so werden wir zu einem Schriftgelehrten, einem Jünger des Himmelreichs, «gleich einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt» (Mt 13,52). Das Alte sind die ewigen Wahrheiten und das Neue sind die menschlichen und wechselnden Wirklichkeiten, aber das Wesentliche ist, dass der Ort, aus dem das Alte und das Neue hervorgeholt werden, sein Schatz ist, seine eigene Seele.

Die Lektüre des Wortes Gottes, die Meditation und die Kontemplation stellen den Beginn der Predigt dar. Durch diesen intimen Weg pflanzt der Herr den Samen der ewigen Wahrheit in unsere Seele, einen Samen, der wie das Senfkorn zu einem blattreichen Baum werden muss. Christus hat versprochen, dass er, der Geist der Wahrheit, «euch in die ganze Wahrheit führen wird» (Joh 16,13). Und er, der Behüter, tut dies, indem er uns in eine Schule einführt, die in unserem Leben Früchte der Heiligkeit hervorbringt und unserer Verkündigung eine übernatürliche Wirksamkeit verleiht. Wie Francisca Javiera de Valle in ihrem Dekanat erklärt: «Dieser göttliche Meister legt seine Schule in die Seelen, die ihn bitten und sich sehnlichst wünschen, ihn als ihren Meister zu haben. Er übt dort das Amt des Meisters ohne lärmende Worte aus und lehrt die Seele, in allem selbst zu sterben, um nur in Gott zu leben. Die Art und Weise, wie dieser geschickte Meister lehrt, ist sehr tröstlich. Er will nirgendwo anders eine Schule einrichten, um die Wege zu lehren, die zur wahren Heiligkeit führen, als im Inneren unserer Seele. Und er ist so geschickt und so weise, so kraftvoll und subtil, dass man, ohne zu wissen wie, nach einer kurzen Zeit des Zusammenseins mit ihm in dieser Schule das Gefühl hat, ganz verändert zu sein. Bevor ich in diese Schule eintrat, war ich ungehobelt, ohne Fähigkeit, sehr unbeholfen, um zu verstehen, was ich in Predigten hörte. Wenn man in diese Schule eintritt, lernt man alles mit Leichtigkeit; es scheint, als ob sie einem die Wissenschaft und die Fähigkeit, die der Meister hat, ins Innerste übertragen». (Plenarsitzung, 4. Tag, Beratung).

Dadurch wird verständlich, dass es die Heiligkeit des Lebens ist, die unsere Verkündigung lebendig und nicht langweilig macht, weil es ein Leben ist, auf das wir mit unserem Leben hindeuten. Man versteht außerdem, dass Heilige, die kaum lesen konnten, wie die heilige Katharina von Siena, in dieser Schule so unterrichtet wurden, dass sie zu Kirchenlehrern wurden und sehr wohl sagen konnten, wie der heilige Johannes: «Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir euch, auf dass ihr in Gemeinschaft mit uns seid» (Joh 1,3).

Bevor wir also darüber sprechen, was wir auf diese Weise verstehen, sollten wir demütig sein und anerkennen, dass wir wenig wissen, und anstatt dem Ratschläge zu erteilen, sollten wir den Herrn im Gebet bitten, wie es die Apostel taten: «edissere nobis parabolam! (Mt 13,36), «Meister, erkläre uns das Gleichnis», damit ich mich verstehend und betrachtend von Dir lehren lasse, um meinerseits mein Volk lehren zu können, was Dein ist.

Mit vielen derartigen Gleichnissen erklärte er ihnen das Wort, und er tat es so, dass es ihrem Verständnis entsprach. «Er erklärte ihnen alles in Gleichnissen, seinen Jüngern aber erklärte er alles unter vier Augen» (Mk 4,24). Das ist der springende Punkt. Das ist es, was es bedeutet, Gott ernst zu nehmen.

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