Kultur

Pfingsten in der Kunst

Omnes-16. Juni 2016-Lesezeit: 1 Minute

Am 20. Mai 1985 hielt Johannes Paul II. eine Predigt bei einer Messe mit Künstlern in Brüssel: "Die Kirche hat seit langem einen Bund mit dir geschlossen [...] Unterbrich diesen außerordentlich fruchtbaren Kontakt nicht! Verschließ deinen Geist nicht vor dem Atem des göttlichen Geistes!". Dieser Dialog zwischen Kunst und Kirche war zweifelsohne ein wichtiges Anliegen von Johannes Paul II. In Brüssel befasste er sich mit dem Problem der künstlerischen Darstellung von Gott.

Die Darstellung des göttlichen Geheimnisses ist ein Grundproblem der christlichen Kunst. Es geht auch darum, wie man den Heiligen Geist darstellt. Die Künstler müssen entscheiden, in welcher Symbolsprache die Realität hinter den sichtbaren Dingen am angemessensten ausgedrückt werden kann. Auch die Darstellung des Heiligen Geistes ist in der Kunstgeschichte nicht selbstverständlich.

Die ersten ikonographischen Darstellungen des Pfingstfestes entstanden im 5. Jahrhundert als Folge der dogmatischen Beschlüsse der Konzile von Nizäa (325) und Konstantinopel (381). Die wichtigste Formel für den Heiligen Geist in den Bildern der Spätantike war auf jeden Fall die Taube (Mt 3,16), was der großen Bedeutung des biblischen Zeugnisses für den Glauben der frühen Kirche entspricht. Auch in der zeitgenössischen Kunst ist das häufigste Bild des Heiligen Geistes die Taube.

Im dritten und vierten Jahrhundert hatten die kirchlichen Schriftsteller die Taube allegorisch auf Christus oder die menschliche Seele bezogen, und sie hatte dieselbe Bedeutung in den Reliefs und Gemälden der Grabkunst jener Zeit. Doch seit die biblische Wahrheit des dreieinigen Gottes zum Dogma der Kirche erhoben wurde (381), war die Taube in Bildern für die Person des Heiligen Geistes reserviert. Auf den Bildern weisen die Strahlen, die ihn umgeben oder von ihm ausgehen, auf seinen Status als göttliches Geschenk hin.

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